BGV C-1

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Berufsgenossenschaftliche Vorschrift für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit
BGV C1
Veranstaltungs- und Produktionsstätten für szenische Darstellung
Berufsgenossenschaft der Feinmechanik BGFE und Elektrotechnik vom 1. April 1998
mit Durchführungsanweisungen vom April 1998 (bisherige VBG 70)
BG-Vorschrift 2 70

Inhaltsverzeichnis
Seite
I. Geltungsbereich
§ 1 Geltungsbereich………………………………………………………………….. 4
II. Begriffsbestimmungen
§ 2 Begriffsbestimmungen …………………………………………………………… 4
III. Bau und Ausrüstung
§ 3 Allgemeines………………………………………………………………………. 6
§ 4 Standsicherheit und Tragfähigkeit ………………………………………………. 6
§ 5 Sichere Begehbarkeit…………………………………………………………….. 7
§ 6 Absturzsicherung…………………………………………………………………. 8
§ 7 Schutz gegen herabfallende Gegenstände ……………………………………….. 8
§ 8 Sicherung gegen unbeabsichtigte Bewegungen …………………………………. 10
§ 9 Tragmittel und Anschlagmittel ………………………………………………….. 12
§ 10 Betriebsbedingt bewegte Einrichtungen ……………………………………….. 13
§ 11 Werkstätten ……………………………………………………………………. 14

§ 12 Lagerräume …………………………………………………………………………. 15

§ 13 Orchestergraben, Proben- und Stimmräume …………………………… 15

IV. Betrieb

§ 14 Allgemeines …………………………………………………………………………. 16

§ 15 Leitung und Aufsicht …………………………………………………………….. 16

§ 16 Beschäftigungsbeschränkung ………………………………………………… 17

§ 17 Unterweisung ………………………………………………………………………. 17

§ 18 Persönliche Schutzausrüstungen, Hilfsmittel …………………………… 18

§ 19 Aufenthaltsverbot …………………………………………………………………. 19

§ 20 Gefährliche Szenische Vorgänge ……………………………………………. 19

§ 21 Artistische Darstellungen ………………………………………………………. 20

§ 22 Lagern von Gegenständen ……………………………………………………. 20

§ 23 Umgang mit Gegenständen …………………………………………………… 21

§ 24 Zustand von Flächen und Aufbauten ……………………………………… 21

§ 25 Bestimmungsgemäße Verwendung maschinentechnischer

Einrichtungen ……………………………………………………………………….. 22

§ 26 Bewegungsvorgänge von maschinentechnischen Einrichtungen .. 22

§ 27 Elektrische Betriebsmittel ……………………………………………………… 24

§ 28 Schußwaffen und Pyrotechnik ……………………………………………….. 25

§ 29 Vorbeugender Brandschutz …………………………………………………… 26

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§ 30 Ausstattung …………………………………………………………………………. 27

§ 31 Tiere ……………………………………………………………………………………. 28

§ 32 Instandhaltung, Reinigung …………………………………………………….. 28

V. Prüfungen

§ 33 Prüfung vor der ersten Inbetriebnahme und nach wesentlichen

Änderungen …………………………………………………………………………. 29

§ 34 Wiederkehrende Prüfungen …………………………………………………… 29

§ 35 Prüfnachweis ……………………………………………………………………….. 30

§ 36 Sachverständige …………………………………………………………………… 31

VI. Ordnungswidrigkeiten

§ 37 Ordnungswidrigkeiten …………………………………………………………… 31

VII. Übergangs- und Ausführungsbestimmungen

§ 38 Übergangs- und Ausführungsbestimmungen …………………………… 32

VIII. Inkrafttreten

§ 39 Inkrafttreten …………………………………………………………………………. 33

Anhang 1 ………………………………………………………………………………………………. 34

Anhang 2 ………………………………………………………………………………………………. 39

Anhang 3 ………………………………………………………………………………………………. 40

Stichwortverzeichnis ……………………………………………………………………………….. 41

Durchführungsanweisungen geben vornehmlich an, wie die in den Unfallverhütungsvorschriften

normierten Schutzziele erreicht werden können. Sie schließen andere,

mindestens ebenso sichere Lösungen nicht aus, die auch in technischen Regeln

anderer Mitgliedstaaten der Europäischen Union oder anderer Vertragsstaaten des

Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum ihren Niederschlag gefunden

haben können. Durchführungsanweisungen enthalten darüber hinaus weitere Erläuterungen

zu Unfallverhütungsvorschriften.

Prüfberichte von Prüflaboratorien, die in anderen Mitgliedstaaten der Europäischen

Union oder in anderen Vertragsstaaten des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum

zugelassen sind, werden in gleicher Weise wie deutsche Prüfberichte

berücksichtigt, wenn die den Prüfberichten dieser Stellen zugrundeliegenden Prüfungen,

Prüfverfahren und konstruktiven Anforderungen denen der deutschen Stelle

gleichwertig sind. Um derartige Stellen handelt es sich vor allem dann, wenn diese

die in der Normenreihe EN 45 000 niedergelegten Anforderungen erfüllen.

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I. Geltungsbereich

§ 1

Geltungsbereich

(1) Diese Unfallverhütungsvorschrift gilt für

1. den bühnentechnischen und darstellerischen Bereich von Veranstaltungsstätten,

2. den produktionstechnischen und darstellerischen Bereich von Produktionsstätten

für Film, Fernsehen, Hörfunk und Fotografie.

(2) Diese Unfallverhütungsvorschrift gilt nicht für Filmtheater ohne Szenenfläche,

Schausteller- und Zirkusunternehmen.

Durchführungsanweisung zu § 1 Abs. 1:

Darunter können im Einzelfall auch Bereiche für Zuschauer fallen, wenn in diesen

Bereichen Produktion oder Darstellung erfolgt oder wenn Zuschauer wie Versicherte

tätig werden.

II. Begriffsbestimmungen

§ 2

Begriffsbestimmungen

Im Sinne dieser Unfallverhütungsvorschrift sind

1. Veranstaltungsstätten alle Betriebsstätten in Gebäuden oder im Freien

mit Bühnen oder Szenenflächen für Darstellungen einschließlich der erforderlichen

Einrichtungen und Geräte.

2. Produktionsstätten für Film, Fernsehen, Hörfunk und Fotografie Studios,

Ateliers sowie Spiel- und Szenenflächen bei Außenaufnahmen, einschließlich

deren erforderlichen Einrichtungen und Geräte.

3. Sicherheitstechnische Einrichtungen alle in Veranstaltungs- und Produktionsstätten

eingesetzten technischen Anlagen und Betriebsmittel, die

der Abwehr unmittelbarer Gefahren dienen.

4. Maschinentechnische Einrichtungen alle für den Betrieb in Veranstaltungs-

und Produktionsstätten eingesetzten technischen Anlagen und

Betriebsmittel.

Durchführungsanweisungen zu § 2 Nr. 1 und 2:

Zu den Veranstaltungs- und Produktionsstätten zählen zum Beispiel Theater, Freilichtbühnen,

Mehrzweckhallen, Studios, Ateliers, Spiel- und Szenenflächen in Konzertsälen,

Schulen, Kabaretts, Varietés, Bars und Diskotheken.

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Begriffe siehe z. B. auch

DIN 56 920-1 „Theatertechnik; Begriffe für Theater- und Bühnenarten“;

DIN 56 920-2 „Theatertechnik; Begriffe für Theatergebäude“;

DIN 56 920-3 „Theatertechnik; Begriffe für bühnentechnische Einrichtungen“.

zu § 2 Nr. 3:

Zu den sicherheitstechnischen Einrichtungen gehören z. B.:

— Ersatzstromversorgung und Sicherheitsbeleuchtung,

— Feuermelde- und Feuerlöscheinrichtungen,

— Gefahrenmeldeanlagen,

— Rauchabzugseinrichtungen,

— Schutzvorhänge.

zu § 2 Nr. 4:

Zu den maschinentechnischen Einrichtungen gehören z. B.

— Beleuchtungsbrücken,

— kraftbetriebene Beleuchtungsmasten,

— Beleuchtungs- und Oberlichtzüge,

— Beleuchtungstürme,

— Bildwände (hand- und kraftbetrieben),

— schrägstellbare Bühnenböden,

— Bühnenpodien und -versenkeinrichtungen,

— Bühnenwagen,

— Dekorationszüge (hand- und kraftbetrieben),

— Drehbühnen und -scheiben,

— elektrische und elektronische Anlagen,

— Flugwerke (Flugeinrichtungen),

— Freifahrten- und Kassettenschieber,

— Horizontanlagen,

— hydraulische und pneumatische Versorgungsanlagen,

— Kamerakrane,

— Leuchtenhänger,

— bewegliche Montagestege,

— Orchesterpodien,

— bewegliche Portalanlagen,

— Punktzüge,

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— Prospektlagerpodien,

— Saalpodien,

— Seiten- und Hinterbühnentore,

— Stative,

— Trennvorhänge,

— Wagenbühnen.

III. Bau und Ausrüstung

§ 3

Allgemeines

Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, daß Einrichtungen in Veranstaltungs- und

Produktionsstätten gemäß den Bestimmungen des Abschnittes III beschaffen sind.

Durchführungsanweisung zu § 3:

Neben den Bestimmungen des Abschnittes III dieser Unfallverhütungsvorschrift sind

für Einrichtungen in Veranstaltungs- und Produktionsstätten vom Unternehmer die

sonst geltenden Unfallverhütungsvorschriften sowie die allgemein anerkannten

sicherheitstechnischen und arbeitsmedizinischen Regeln zu berücksichtigen.

Siehe insbesondere Merkblatt „Arbeitssicherheit in Produktionsstätten für szenische

Darstellung (Mehrzweckhallen und Theater)“ (SP 25.1/2).

Eine Auswahl einschlägiger Normen und arbeitsmedizinischer Regeln ist in Anhang 1

dieser Unfallverhütungsvorschrift aufgeführt.

§ 4

Standsicherheit und Tragfähigkeit

Flächen und Aufbauten müssen so bemessen und beschaffen sein sowie so aufgestellt,

unterstützt, ausgesteift, eingehängt und verankert werden, daß sie die bei

der vorgesehenen Verwendung anfallenden statischen und dynamischen Lasten aufnehmen

und ableiten können. Sie müssen auch während des Auf- und Abbaus

standsicher und, wenn sie betreten werden, tragfähig sein.

Durchführungsanweisung zu § 4:

Diese Forderung ist z. B. erfüllt, wenn

— Versenkeinrichtungen

nach den „Sicherheitsregeln für Versenkeinrichtungen in Bühnen und Studios“

(ZH 1/219) bzw. DIN 56 940 „Versenkeinrichtungen in Bühnen und Studios“,

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— Podeste

nach DIN 15 920-11 „Bühnen- und Studioaufbauten; Podestarten, Sicherheitstechnische

Festlegungen für Podeste (Praktikabel), Schrägen, Stufen, Treppen

und Bühnengeländer“,

— Bühnenwagen, frei verfahrbar,

nach DIN 15 920-14 „Bühnen- und Studioaufbauten; Podestarten, Bühnenwagen,

frei verfahrbar, Sicherheitstechnische Anforderungen“,

— kraftbetriebene Bühnenwagen für festgelegte Bewegungsrichtung

nach DIN 15 920-15 „Bühnen- und Studioaufbauten; Podestarten, Kraftbetriebene

Bühnenwagen für festgelegte Bewegungsrichtung; Sicherheitstechnische Anforderungen“,

— Grid-Decken

nach DIN 15 560-47 „Scheinwerfer für Film, Fernsehen, Bühne und Photographie,

Sicherheitstechnische Festlegungen für Grid-Decken“,

— Bühnenböden, Schnürböden, Galerien und Tribünen hinsichtlich ihrer Tragfähigkeit

nach DIN 1055-3 „Lastannahmen für Bauten; Verkehrslasten“, ausgeführt

sind.

Bei Produktionen im Freien sind für Standsicherheit und Tragfähigkeit von Aufbauten

und Flächen insbesondere auch die Setzungsempfindlichkeit des Bodens z. B. nach

DIN 1054 „Baugrund; zulässige Belastung des Baugrunds“, Windlasten z. B. nach

DIN 1055-4 „Lastannahmen für Bauten; Verkehrslasten; Windlasten bei nicht schwingungsanfälligen

Bauwerken“ sowie Schnee- und Eislasten z. B. nach DIN 1055-5

„Lastannahmen für Bauten; Verkehrslasten, Schneelast und Eislast“ und thermische

Einflüsse zu berücksichtigen.

§ 5

Sichere Begehbarkeit

(1) Szenenflächen, Aufbauten und Dekorationen müssen so beschaffen sein, daß

Personen sicher agieren können. Insbesondere müssen

1. Bühnenböden eben, splitterfrei und fugendicht,

2. betriebsbedingte Spalten und Öffnungen von mehr als 20 mm Breite

abdeckbar,

3. aus mehreren Bauteilen bestehende Aufbauten gegen Auseinandergleiten

gesichert,

4. Bodenbeläge gegen Verrutschen gesichert

und

5. Szenenflächen gegenüber benachbarten, nicht tragfähigen Flächen gesichert

sein.

(2) In betriebsmäßig verdunkelten Räumen müssen Einrichtungen vorhanden sein,

die eine sichere Orientierung ermöglichen.

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Durchführungsanweisungen zu § 5 Abs. 1:

Hinsichtlich der Gestaltung von Arbeitsplätzen und Verkehrswegen siehe UVV „Allgemeine

Vorschriften“ (VBG 1).

Hinsichtlich der Zu- und Abgänge zu Versenkeinrichtungen und Orchesterböden

siehe „Sicherheitsregeln für Versenkeinrichtungen in Bühnen und Studios“

(ZH 1/219).

Als Richtwert für die Neigung von begehbaren Flächen gilt 8%.

zu § 5 Abs. 2:

Diese Forderung ist z. B. durch das Anbringen von Orientierungslicht oder reflektierende

bzw. nachleuchtende Markierung erfüllt.

Siehe auch Musterverordnung über den Bau und Betrieb von Versammlungsstätten.

§ 6

Absturzsicherung

(1) An Arbeitsplätzen, Szenenflächen, Verkehrswegen und Zugängen, die an

Gefahrbereiche grenzen oder gegenüber angrenzenden Flächen höher als 1 m liegen,

müssen wirksame Einrichtungen gegen Abstürzen von Personen vorhanden sein.

(2) Lassen sich im Einzelfall aus zwingenden szenischen Gründen Einrichtungen

nach Absatz 1 nicht verwenden, müssen an deren Stelle Einrichtungen zum Auffangen

abstürzender Personen vorhanden sein. Ist die Verwendung dieser Auffangeinrichtungen

an Szenenflächen aus zwingenden szenischen Gründen nicht möglich,

muß die Absturzkante gekennzeichnet und bei allen Beleuchtungsverhältnissen deutlich

erkennbar sein.

(3) An Durchgängen in Schutzvorhängen und an Vorbühnenauftritten muß durch

Warnzeichen auf die Absturzgefahr deutlich erkennbar und dauerhaft hingewiesen

sein.

Durchführungsanweisungen zu § 6 Abs. 1:

Wirksame Einrichtungen gegen Abstürzen sind z. B.

— Schutzeinrichtungen gemäß § 33 UVV „Allgemeine Vorschriften“ (VBG 1),

— Feste Geländer nach DIN 1055-3 „Lastannahmen für Bauten; Verkehrslasten“,

— Bühnengeländer nach DIN 15 920-11 „Bühnen- und Studioaufbauten; Podestarten,

Sicherheitstechnische Festlegungen für Podeste (Praktikabel), Schrägen,

Stufen, Treppen und Bühnengeländer“ oder straff gespannte Seile, beides jedoch

nur bei szenischen Aufbauten, die von unterwiesenen Personen benutzt werden.

Einrichtungen gegen Abstürzen können auch bei Höhenunterschieden von weniger

als 1 m erforderlich sein, insbesondere wenn die Absturzkante nicht erkennbar ist.

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zu § 6 Abs. 2:

Einrichtungen zum Auffangen abstürzender Personen sind z. B.

— Auffangnetze; siehe auch „Sicherheitsregeln für Auffangnetze“ (ZH 1/560),

— Anseilsicherungen; siehe auch „Regeln für den Einsatz von persönlichen Schutzausrüstungen

gegen Absturz“ (ZH 1/709) und „Regeln für den Einsatz von persönlichen

Schutzausrüstungen zum Halten und Retten“ (ZH 1/710).

Absturzkanten sind auch Bühnenvorderkanten zum Orchestergraben und zum

Zuschauerraum.

Bei allen Beleuchtungsverhältnissen deutlich erkennbar sind z. B.

— selbstleuchtende oder stark reflektierende Bänder,

— Lichtketten

oder

— Fußrampen.

zu § 6 Abs. 3:

Diese Forderung ist erfüllt, wenn mit dem Warnzeichen W09 „Warnung vor einer

Gefahrstelle“ und einem Zusatzzeichen nach der UVV „Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung

am Arbeitsplatz“ (VBG 125) auf die Absturzgefahr hingewiesen

wird.

§ 7

Schutz gegen herabfallende Gegenständen

(1) Gegen das Herabfallen von Gegenständen auf Arbeitsplätze, Verkehrs- und

Szenenflächen müssen Schutzmaßnahmen getroffen sein.

(2) Bei der Lagerung von Gegengewichten auf Arbeitsgalerien müssen Schutzvorrichtungen

dauerhaft angebracht sein.

(3) Gegengewichte müssen auf ihrem Träger so gesichert sein, daß sie bei hartem

Auftreffen am Anschlag nicht herausfallen können.

(4) Laufbahnen von Gegengewichten müssen verkleidet sein. Die Verkleidung darf

in den notwendigen Arbeitsbereichen der Züge bis zu einer Höhe von 2,30 m unterbrochen

sein.

(5) Unter Laufbahnen mit veränderbaren Gegengewichten müssen über Verkehrswegen

oder Arbeitsplätzen Auffangvorrichtungen vorhanden sein.

(6) Ortsveränderliche Beleuchtungs-, Bild- und Beschallungsgeräte müssen durch

zwei unabhängig voneinander wirkende Einrichtungen gegen Herabfallen gesichert

sein. Lose Zusatzteile oder sich lösende Teile müssen durch Einrichtungen aufgefangen

werden können.

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Durchführungsanweisungen zu § 7 Abs. 1:

Sicherungen gegen Herabfallen von Gegenständen siehe § 33 UVV „Allgemeine Vorschriften“

(VBG 1).

zu § 7 Abs. 2:

Diese Forderung ist z. B. erfüllt, wenn Bordwände, Schutzgitter oder Schutznetze in

Stapelhöhe, jedoch mindestens 40 cm hoch, angebracht sind.

zu § 7 Abs. 3:

Siehe z. B. DIN 56 921-1 „Theatertechnik; Bühnenmaschinerie; Prospektzüge für

Gesamtkraft bis maximal 3000 N“.

zu § 7 Abs. 6:

Die Verwendung von Seilen und Bändern aus natürlichen und synthetischen Fasern

als Sicherung ist unzulässig. Drahtseile und Ketten dürfen keine Ummantelung

haben. Hinsichtlich der Bemessung siehe § 9. Dabei sind mögliche dynamische

Belastungen (Ruckkräfte) zu berücksichtigen.

Siehe z. B. auch

— § 33 Abs. 4 UVV „Allgemeine Vorschriften“ (VBG 1),

— DIN VDE 0711-217 „Leuchten; Teil 2: Besondere Anforderungen; Hauptabschnitt

17: Leuchten für Bühnen, Fernseh-, Film- und Photographie-Studios (außen und

innen)“,

— DIN VDE 0108-1 und -2 „Starkstromanlagen und Sicherheitsstromversorgung in

baulichen Anlagen für Menschenansammlungen“.

§ 8

Sicherung gegen unbeabsichtigte Bewegungen

(1) Bewegliche Einrichtungen der Ober- und Untermaschinerie mit ihren Lasten

müssen mit Sicherungen gegen unbeabsichtigte Bewegungen ausgerüstet sein.

(2) Zur Sicherung gegen unbeabsichtigte Auf- und Abwärtsbewegungen von Einrichtungen

der Ober- und Untermaschinerie mit ihren Lasten müssen

1. geeignete Triebwerke,

2. Bremsen

oder

3. Gegengewichte in Verbindung mit Feststelleinrichtungen

vorhanden sein.

(3) Es müssen Einrichtungen vorhanden sein, die bei Auftreten eines Fehlers die

bewegten Lasten zum Stillstand bringen können.

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(4) Abweichend von Absatz 3 müssen Bewegungsvorgänge von sicherheitstechnischen

Einrichtungen bestimmungsgemäß ablaufen können.

Durchführungsanweisungen zu § 8 Abs. 1:

Unbeabsichtigte Bewegungen sind z. B. ungewolltes Verdrehen, Kippen, Aushängen,

Abstürzen, unkontrolliertes Absinken, Versagen des Antriebs oder der Feststelleinrichtung

sowie ungewolltes Auseinanderfahren von Teilen der Maschinerie, die eine

gemeinsame Last tragen. Konstruktiv bedingtes Spiel und zulässige Toleranzen gelten

nicht als unbeabsichtigte Bewegungen.

Bewegliche Einrichtungen der Obermaschinerie sind z. B. Prospektzüge, Verlängerungen

an Zugstangen, Punktzüge, Flugwerke, Horizont- und Vorhangzugeinrichtungen,

Beleuchtungsträger, Oberlichtzüge, Beleuchtungsbrücken, Teleskop-, Stangenund

Scherenleuchtenhänger.

Bewegliche Leuchtenhänger siehe z. B.

— DIN 15 560-45 „Scheinwerfer für Film, Fernsehen, Bühne und Photographie; Tragkonstruktionen,

bewegliche Leuchtenhänger und Bauelemente; Begriffe“ und

— DIN 15 560-46 „Scheinwerfer für Film, Fernsehen, Bühne und Photographie;

Sicherheitstechnische Festlegungen für bewegliche Leuchtenhänger“.

Prospektzüge siehe z. B.

— DIN 56 921-1 „Theatertechnik; Bühnenmaschinerie; Prospektzüge für Gesamtkraft

bis maximal 3000 N“

und

— DIN 56 921-11 „Theatertechnik; Bühnenmaschinerie; Prospektzüge für Gesamtkraft

bis maximal 3000 N, Sicherheitstechnische Anforderungen und Prüfung“.

Punktzüge siehe z. B. DIN 56 925 „Theatertechnik; Bühnenmaschinerie; Punktzüge;

Sicherheitstechnische Anforderungen und Prüfung“.

Stative siehe z. B. DIN 15 560-27 „Scheinwerfer für Film, Fernsehen, Bühne und Photographie;

Stative; Sicherheitstechnische Anforderungen“.

Werden geführte Lasten an Tragmitteln, z. B. Seilen oder Bändern, durch Kraftantriebe

bewegt, muß sichergestellt sein, daß diese bei Schlaffwerden der Tragmittel

abschalten; dies kommt zur Anwendung z. B. bei Teleskopleuchtenhängern, jedoch

z. B. nicht bei sicherheitstechnischen Einrichtungen.

Bewegliche Teile der Untermaschinerie sind z. B. Orchesterpodien, Bühnenpodien

und -versenkeinrichtungen, Prospektpodien, Saalpodien, schrägstellbare Bühnenböden,

Wagenbühnen, Bühnenwagen, Drehbühnen und -scheiben, Freifahrten- und

Kassettenschieber.

Versenkeinrichtungen siehe „Sicherheitsregeln für Versenkeinrichtungen in Bühnen

und Studios“ (ZH 1/219) bzw. DIN 56 940 „Versenkeinrichtungen in Bühnen und Studios“.

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Bühnenwagen siehe z. B. DIN 15 920-14 „Bühnen- und Studioaufbauten; Podestarten;

Bühnenwagen, frei verfahrbar, Sicherheitstechnische Anforderungen“ und

DIN 15920-15 „Bühnen- und Studioaufbauten; Podestarten; Kraftbetriebene Bühnenwagen

für festgelegte Bewegungsrichtung; Sicherheitstechnische Anforderungen“.

zu § 8 Abs. 2:

Geeignete Triebwerke und Bremsen sowie ihre Kombinationen sind z. B. in DIN 56

925 „Theatertechnik, Bühnenmaschinerie; Punktzüge; Sicherheitstechnische Anforderungen

und Prüfung“ aufgeführt.

Bei handbetätigten Zügen (Freizügen) kann der Gegengewichtsausgleich auch durch

Hand erfolgen, wenn die Züge mit nicht mehr als 200 N belastet werden.

zu § 8 Abs. 3:

Siehe hierzu DIN EN 292 „Sicherheit von Maschinen; Grundbegriffe, Allgemeine

Gestaltungsleitsätze“.

zu § 8 Abs. 4:

Sicherheitstechnische Einrichtungen sind z. B. Schutzvorhang oder Rauchabzugseinrichtungen.

§ 9

Tragmittel und Anschlagmittel

Tragmittel und Anschlagmittel müssen entsprechend der besonderen Gefährdung

beim Betrieb und den beim Betrieb auftretenden Belastungen beschaffen und ausreichend

bemessen sein.

Durchführungsanweisung zu § 9:

Die besondere Gefährdung ist z. B. dadurch gegeben, daß sich aus betrieblichen

Gründen Personen unter schwebenden Lasten aufhalten müssen.

Tragmittel sind mit der Bühnenmaschinerie fest verbundene Teile zum Aufnehmen der

Last.

Anschlagmittel sind die verbindenden Teile (z. B. Schraubkarabinerhaken, Kettennotglieder,

Schäkel, Seile, Hebebänder aus synthetischen Fasern) zwischen Tragmittel

und Last. Die Verwendung von kunststoffummantelten Drahtseilen ist nicht zulässig.

Anschlagmittel aus synthetischen Fasern sind für die Verwendung in der Nähe von

Scheinwerfern nicht geeignet.

Siehe auch „Merkblatt für den Gebrauch von Anschlag-Drahtseilen“ (ZH 1/325) und

„Merkblatt für den Gebrauch von Anschlag-Faserseilen“ (ZH 1/326).

Diese Forderung schließt auch ein, daß beim Anschlagen von ortsveränderlichem

Hebezeug oder Gitterträgern mit Seilen oder Bändern aus natürlichen oder synthetischen

Fasern ein Stahlseil als Sicherung verwendet wird.

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Die Forderung nach ausreichender Bemessung ist erfüllt, wenn

— Tragmittel, wie Seile und Bänder, höchstens mit einem Zehntel der rechnerischen

Bruchkraft unter Mitbewertung der betriebsmäßig auftretenden dynamischen Vorgänge

und

— Anschlagmittel, wie Seile und Bänder, höchstens mit einem Zwölftel der rechnerischen

Bruchkraft beansprucht werden. Sonstige Anschlagmittel dürfen maximal

mit dem 0,5fachen Wert der vom Hersteller angegebenen Tragfähigkeit

belastet werden.

Siehe z. B. auch DIN 15 560-46 „Scheinwerfer für Film, Fernsehen, Bühne und Photographie;

Sicherheitstechnische Festlegungen für bewegliche Leuchtenhänger“.

Seilendverbindungen zur Lastaufnahme, die mit Drahtseilklemmen ausgeführt sind,

dürfen nicht verwendet werden, sondern müssen E DIN 56 921-11 „Theatertechnik,

Bühnenmaschinerie; Prospektzüge; Teil 11: Sicherheitstechnische Anforderungen und

Prüfung“ entsprechen.

Drahtseilösen sind nur geeignet, wenn sie mit eingelegter Kausche versehen sind.

Seil- und Spannschlösser dürfen nur auf Zug beansprucht werden und müssen

gegen unbeabsichtigtes Lösen gesichert sein. Spannschlösser müssen gegen unbeabsichtigtes

Ausdrehen gesichert sein.

§ 10

Betriebsbedingt bewegte Einrichtungen

(1) Gefahrstellen an betriebsbedingt bewegten Einrichtungen müssen gesichert

sein.

(2) Lassen sich im Einzelfall aus zwingenden Gründen Gefahrstellen nicht sichern,

muß sichergestellt sein, daß

– zwischen festen und beweglichen Teilen ein ausreichender Abstand vorhanden

oder

– zwischen der Steuerstelle und den bewegten Teilen Sicht- oder Sprechverbindung

gewährleistet ist.

(3) Die Bewegung von Teilen des Bühnenbodens, von Stegen oder Aufbauten muß

an deren Zugängen mit unverwechselbaren und deutlich wahrnehmbaren Signalen

angezeigt werden können.

(4) Bewegliche Einrichtungen und Teile, die betriebsbedingt betreten werden, müssen

mit Schutzeinrichtungen ausgerüstet sein, die so beschaffen sind, daß ein

gefahrloses Betreten, Agieren und Verfassen sowie eine gefahrlose Zuführung und

Abnahme von Dekorationen möglich sind.

(5) Der Eiserne Vorhang zum Zuschauerraum muß mit netzunabhängigen, akustischen

Signaleinrichtungen ausgerüstet sein, die die Schließbewegung in jedem

Betriebszustand deutlich wahrnehmbar anzeigen.

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Durchführungsanweisungen zu § 10 Abs. 2:

Ausreichender Abstand siehe DIN EN 292 „Sicherheit von Maschinen; Grundbegriffe

allgemeine Gestaltungsleitsätze“, DIN EN 294 „Sicherheit von Maschinen; Sicherheitsabstände

gegen das Erreichen von Gefahrstellen mit den oberen Gliedmaßen“

und DIN EN 349 „Sicherheit von Maschinen; Mindestabstände zur Vermeidung des

Quetschens von Körperteilen“.

zu § 10 Abs. 4:

Bewegliche Teile sind z. B. Drehbühnen, Drehscheiben, Bühnenwagen, Laufbänder,

Versenkeinrichtungen. Diese Forderung schließt sein, daß bei Höhendifferenzen von

mehr als 20 cm zwischen Bühnenboden und Drehscheiben, Bühnenwagen oder

Laufbändern Treppen oder Rampen zum Betreten angeordnet sind.

Siehe auch § 26.

§ 11

Werkstätten

(1) Werden Ausstattungen, wie Bühnenaufbauten, Dekorationen, Requisiten,

Kostüme, durch Versicherte hergestellt, müssen ausreichend bemessene und mit den

dafür notwendigen Geräten und Einrichtungen ausgerüstete Werkstätten vorhanden

sein.

(2) Lärmbereiche in Werkstätten müssen vom Montagebereich räumlich getrennt

sein. Zur Lärmminderung müssen bauakustische Maßnahmen getroffen sein.

(3) In Werkstätten, in denen Gefahrstoffe in die Atemluft gelangen können, müssen

wirksame Absaugeinrichtungen installiert sein.

Durchführungsanweisungen zu § 11 Abs. 1 und 2:

Zu den Werkstätten gehört z. B. auch die Maskenbildnerei.

Die Werkstattgröße richtet sich nach den größten zu erwartenden Bauelementen bzw.

Gegenständen, dem Arbeitsverfahren, dem zur Be- und Verarbeitung notwendigen

Maschinen- und Gerätepark, der Beschäftigtenzahl, den Arbeitsflächen sowie den

Flächen für Verkehrswege.

Anforderungen hinsichtlich der allgemeinen Gestaltung von Werkstätten siehe

Arbeitsstättenverordnung und UVV „Allgemeine Vorschriften“ (VBG 1).

Hinsichtlich Lärmminderung siehe Arbeitsstättenverordnung, UVV „Lärm“ (VBG 121)

und DIN EN 31 690-1 „Akustik; Richtlinien für die Gestaltung lärmarmer Arbeitsstätten;

Teil 1: Allgemeine Grundlagen“ und DIN EN 31 690-2 „Akustik; Richtlinien für die

Gestaltung lärmarmer Arbeitsstätten; Teil 2: „Lärmminderungsmaßnahmen“.

zu § 11 Abs. 3:

Dies gilt sowohl für Gefahrstoffe im Sinne der Gefahrstoffverordnung als auch für

gefährliche Stoffe, die bei der Produktion als Zersetzungsprodukte anfallen.

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Siehe auch § 45 Abs. 2 UVV „Allgemeine Vorschriften“ (VBG 1), UVV „Schweißen,

Schneiden und verwandte Verfahren“ (VBG 15), UVV „Verarbeiten von Beschichtungsstoffen“

(VBG 23).

§ 12

Lagerräume

Für das Abstellen und Lagern von Gegenständen und Materialien müssen ausreichend

bemessene Stellflächen und geeignete Räume vorhanden sein. Die zulässige

Tragfähigkeit des Bodens muß deutlich erkennbar und dauerhaft angegeben sein.

Durchführungsanweisung zu § 12:

Siehe hierzu

— § 34 UVV „Allgemeine Vorschriften“ (VBG 1),

— „Richtlinien für Lagereinrichtungen und -geräte“ (ZH 1/428).

Räume sind z. B. geeignet, wenn neben der UVV „Allgemeine Vorschriften“ (VBG 1)

insbesondere für

— pyrotechnische Erzeugnisse der bauliche Brandschutz und das Sprengstoffgesetz,

— Stich- und Schußwaffen das Waffengesetz,

— brennbare Flüssigkeiten die Verordnung über brennbare Flüssigkeiten,

— Gase die UVV „Gase“ (VBG 61),

— gefährliche Stoffe die Gefahrstoffverordnung

beachtet werden.

§ 13

Orchestergräben, Proben- und Stimmräume

(1) Orchestergräben müssen so gestaltet sein, daß die dort tätigen Versicherten

vermeidbaren gesundheitsschädlichen Einwirkungen nicht ausgesetzt sind.

(2) Orchestergräben müssen mindestens mit zwei entgegengesetzt liegenden Rettungswegen

ausgerüstet sein.

(3) Proben- und Stimmräume müssen so gestaltet sein, daß die dort tätigen Versicherten

vermeidbaren gesundheitsschädlichen Einwirkungen nicht ausgesetzt sind.

Durchführungsanweisungen zu § 13 Abs. 1:

Als Richtwert für die Fläche eines Orchestergrabens gilt 1,3 m2 je Musiker. Siehe

auch UVV „Lärm“ (VBG 121) und „Sicherheitsregeln für Versenkeinrichtungen in Bühnen

und Studios“ (ZH 1/219).

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zu § 13 Abs. 1 und 3:

Die Sitzgelegenheiten für Musiker sollten auch nach ergonomischen Grundsätzen

gestaltet sein.

zu § 13 Abs. 2:

Gestaltung von Rettungswegen siehe § 30 UVV „Allgemeine Vorschriften“ (VBG 1).

Steigeisen und ähnliche Einrichtungen erfüllen diese Forderung nicht.

zu § 13 Abs. 3:

Hinsichtlich der Einwirkung von Lärm ist diese Forderung erfüllt, wenn kleine Räume

mit schallabsorbierendem Material ausgekleidet sind; siehe z. B. DIN EN 31 690 Teile

1 und 2.

IV. Betrieb

§ 14

Allgemeines

Soweit nichts anderes bestimmt ist, richten sich die Bestimmungen des Abschnittes

IV an Unternehmer und Versicherte.

§ 15

Leitung und Aufsicht

(1) Der Unternehmer darf Leitung und Aufsicht der Arbeiten in Veranstaltungs- und

Produktionsstätten nur Bühnen- und Studiofachkräften übertragen.

(2) Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, daß vor Gastspielen, Außenaufnahmen

oder Nutzung der Veranstaltungs- oder Produktionsstätten durch Dritte die Zuständigkeit

hinsichtlich Leitung und Aufsicht festgelegt wird.

(3) Mit Aufführungen, Aufnahmen und Proben darf erst begonnen werden, nachdem

der Aufsichtführende die Szenenflächen freigegeben hat.

Durchführungsanweisungen zu § 15 Abs. 1:

Leitung und Aufsicht bedeuten z. B. das Überwachen, erforderlichenfalls das Beaufsichtigen

der Arbeiten und der Arbeitskräfte. Das Beaufsichtigen kann auch einer

geeigneten Person (Aufsichtführender) übertragen werden. Die erforderliche Qualifikation

richtet sich nach dem Grad der Gefährdung des Betriebs. Dies gilt auch für

Bühnen in Schulen und Laienspielbühnen. Siehe hierzu § 13 UVV „Allgemeine Vorschriften“

(VBG 1).

Zu Leitung und Aufsicht gehören auch das Anordnen, Durchführen und Kontrollieren

der zur jeweiligen Arbeit erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen einschließlich des

Bereitstellens von Sicherheitseinrichtungen.

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70

Zu den Arbeiten gehören Instandhaltung, Auf- und Abbauen von Dekorationen, technisches

Einrichten, Aufnahmen, Proben und Vorstellungen.

Als Bühnen- und Studiofachkraft gilt, wer aufgrund seiner Ausbildung, Kenntnisse

und Erfahrungen sowie Kenntnis der einschlägigen Bestimmungen die ihm übertragenen

Arbeiten beurteilen und mögliche Gefahren erkennen kann. Dies sind insbesondere

Ingenieure und Techniker für Veranstaltungstechnik, Bühnen- und Beleuchtungsmeister,

Studio- und Studiobeleuchtungsmeister, Hallenmeister.

Als Nachweis der Eignung gilt z. B. ein nach landesrechtlichen Bestimmungen erworbenes

Befähigungszeugnis.

zu § 15 Abs. 2:

Die Festlegung bezüglich Leitung und Aufsicht bedeutet auch die Bekanntgabe dieser

Person gegenüber den Versicherten.

Siehe hierzu §§ 6 und 13 UVV „Allgemeine Vorschriften“ (VBG 1).

zu § 15 Abs. 3:

Aufsichtführender ist, wer die Durchführung von Arbeiten zu überwachen und für die

arbeitssichere Ausführung zu sorgen hat. Er muß hierfür ausreichende Kenntnisse

und Erfahrungen besitzen sowie weisungsbefugt sein.

§ 16

Beschäftigungsbeschränkung

(1) Der Unternehmer darf mit dem selbständigen Führen und Warten maschinentechnischer

Einrichtungen nur Versicherte beschäftigen, die das 18. Lebensjahr vollendet

haben und mit den Einrichtungen und Verfahren vertraut sind.

(2) Absatz 1 gilt nicht für die Beschäftigung Jugendlicher über 16 Jahre, soweit

dies zum Erreichen ihres Ausbildungszieles erforderlich ist und ihr Schutz durch

einen Aufsichtführenden gewährleistet ist.

Durchführungsanweisung zu § 16 Abs. 1:

Diese Forderung schließt ein, daß Versicherte hinsichtlich der ihnen übertragenen

Aufgaben unterwiesen sind und zu erwarten ist, daß sie die ihnen übertragenen Aufgaben

zuverlässig erfüllen.

§ 17

Unterweisung

(1) Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, daß die mit dem selbständigen Führen

und Warten maschinentechnischer Einrichtungen beschäftigten Versicherten vor Aufnahme

ihrer Tätigkeit unterwiesen werden, so daß sie die ihnen übertragenen Aufgaben

zuverlässig erfüllen können.

18

70

(2) Der Unternehmer hat alle beteiligten Personen vor Aufnahme der Proben zu

einer Bühneninszenierung oder Produktion hinsichtlich der erforderlichen Unfallverhütungsmaßnahmen

zu unterweisen.

(3) Bei gefährlichen szenischen Vorgängen, die ein bestimmtes Verhalten erforderlich

machen, sind die Unterweisungen in geeigneten Zeitabständen zu wiederholen.

Durchführungsanweisungen zu § 17 Abs. 2:

Beteiligte Personen sind sowohl künstlerisches als auch technisches Personal sowie

alle weiteren Mitwirkenden.

Siehe auch § 7 UVV „Allgemeine Vorschriften“ (VBG 1).

zu § 17 Abs. 3:

Die Forderung nach wiederholter Unterweisung schließt ein, daß vor jeder Probe oder

Vorstellung eine Einweisung nötig sein kann.

Siehe auch § 20.

§ 18

Persönliche Schutzausrüstungen, Hilfsmittel

(1) Soweit bei Arbeiten die Gefahr von Verletzungen und Gesundheitsschädigungen

durch technische oder organisatorische Maßnahmen nicht verhindert werden

kann, hat der Unternehmer geeignete persönliche Schutzausrüstungen und Hilfsmittel

zur Verfügung zu stellen. Die Versicherten haben diese zu benutzen.

(2) Die Versicherten dürfen beim Aufenthalt auf hochgelegenen Arbeitsplätzen

Werkzeug und Kleinmaterial und sonstige Gegenstände nicht in der Kleidung bei sich

tragen. Zur Mitführung der Gegenstände sind geeignete Hilfsmittel zu benutzen.

Durchführungsanweisungen zu § 18 Abs. 1:

Diese Forderung schließt ein, daß bei Arbeiten auf Schnürböden und Grid-Decken

geeigneter Fußschutz (Sicherheits-, Schutz-, Berufsschuhe) zu tragen ist; siehe

„Regeln für den Einsatz von Fußschutz“ (ZH 1/702).

Siehe auch §§ 4 und 14 UVV „Allgemeine Vorschriften“ (VBG 1).

zu § 18 Abs. 2:

Zur Mitführung von Werkzeugen und Kleinmaterial sind z. B. Werkzeugtaschen mit

nahtlosem Boden oder andere geeignete Werkzeugbehältnisse zu benutzen.

19

70

§ 19

Aufenthaltsverbot

(1) Während des Auf-, Um- und Abbaus ist der unnötige Aufenthalt im Bereich von

Bewegungsflächen, auf Beleuchterbrücken, unter hochgelegenen Arbeitsplätzen

sowie an sonstigen Gefahrbereichen verboten.

(2) Der Aufenthalt unter bewegten kraftbetriebenen Bühnenabschlüssen ist verboten.

Durchführungsanweisungen zu § 19:

Verbote sind betrieblich zu regeln, z. B. durch

— Anbringen von Verbotszeichen nach Anlage 2 der UVV „Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung

am Arbeitsplatz“ (VBG 125),

— Absperreinrichtungen,

oder

— eindeutige Warnsignalgebung.

zu § 19 Abs. 1:

Unnötiger Aufenthalt liegt auch vor, wenn befugte Personen keine Arbeiten auszuführen

haben.

§ 20

Gefährliche szenische Vorgänge

(1) Gefährliche szenische Vorgänge sind unter Anwendung von Schutzmaßnahmen

durchzuführen und ausreichend zu proben.

(2) Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, daß bei gefährlichen szenischen Vorgängen

nur fachlich und körperlich geeignete Personen eingesetzt werden.

(3) Künstlerische Forderungen hinsichtlich der Dekoration und Darstellung dürfen

nicht realisiert werden, wenn die Bühnen- und Studiofachkraft aus Sicherheitsgründen

gegen sie Einwendungen erhebt.

Durchführungsanweisungen zu § 20 Abs. 1:

Gefährliche szenische Vorgänge sind z. B. offene Verwandlung, szenische Vorgänge

mit maschineller Bewegung (Bewegungen des Bühnen- oder Studiobodens und von

Dekorationszügen), außergewöhnliche szenische Vorgänge ohne maschinelle Bewegung

(Abspringen von Personen, Einstürzen von Bauteilen, Umgang mit Waffen und

pyrotechnischen Gegenständen, Tragen von behindernden Kostümen).

20

70

Diese Forderung schließt ein, daß Endproben grundsätzlich unter gleichen Bedingungen

wie Aufführung oder Produktionen durchgeführt und eindeutige Signale und Zeichen

vereinbart werden. Als Schutzmaßnahmen kommen z. B. Schutznetze, Schutzleinen,

Auffangmatten, Kettenhemden, Suspensorien in Betracht.

Siehe auch Durchführungsanweisungen zu § 17 Abs. 3.

zu § 20 Abs. 2:

Siehe hierzu § 36 UVV „Allgemeine Vorschriften“ (VBG 1).

Die erforderliche körperliche Eignung kann z. B. durch betriebsärztliche Untersuchungen

ermittelt werden. Siehe hierzu auch UVV „Arbeitsmedizinische Vorsorge“

(VBG 100).

§ 21

Artistische Darstellungen

Der Auf- und Abbau von Geräten und Einrichtungen für artistische Darstellungen

darf nur von den Artisten selbst oder ihren Beauftragten vorgenommen werden. Vor

jeder Benutzung haben sich die Artisten selbst vom sicheren Zustand der Geräte und

Einrichtungen zu überzeugen.

Durchführungsanweisung zu § 21:

Zu den Artisten zählen z. B. Sensationsdarsteller (Stuntmen).

Siehe auch UVV „Schausteller- und Zirkusunternehmen“ (VBG 72).

§ 22

Lagern von Gegenständen

Auf Bühnen-, Szenen- und Arbeitsflächen dürfen mit Ausnahme des für die jeweilige

Aufführung oder Produktion bestimmten Tagesbedarfes keine Gegenstände und

Materialien gelagert werden.

Durchführungsanweisung zu § 22:

Das Bereitstellen von Gegenständen und Materialien zur alsbaldigen Benutzung ist

kein Lagern.

Hinsichtlich der Freihaltung von Verkehrs- und Rettungswegen siehe auch §§ 24 und

30 UVV „Allgemeine Vorschriften“ (VBG 1).

Für den Repertoirebetrieb können Dekorationen auf Nebenbühnen kurzfristig bereitgestellt

werden.

21

70

§ 23

Umgang mit Gegenständen

Durch das Bereitstellen, Stapeln, Bewegen und Transportieren von Gegenständen

und Materialien dürfen Versicherte nicht gefährdet werden.

Durchführungsanweisung zu § 23:

Diese Forderung schließt ein, daß

— keine Gegenstände und Materialien abgeworfen werden,

— die Wirksamkeit sicherheitstechnischer Einrichtungen auch durch Dekoration,

Ausrüstung und Ausstattung nicht beeinträchtigt ist,

— auf hochgelegenen Flächen Gegenstände und Materialien nur so abgelegt werden,

daß sie nicht herabfallen können

und

— geeignete Transport- und Montagehilfsmittel in ausreichender Anzahl vorhanden

sind.

§ 24

Zustand von Flächen und Aufbauten

(1) Flächen und Aufbauten sind in einwandfreiem und sauberem Zustand zu halten.

Sie dürfen in ihrer Standsicherheit und Tragfähigkeit nicht beeinträchtigt werden.

(2) Zwischen den Umfassungswänden und dem Rundhorizont oder der Dekoration

ist ein mindestens 1 m breiter Umgang freizuhalten, sofern der Rundhorizont oder die

Dekoration nicht unmittelbar auf den Umfassungswänden angebracht ist.

Durchführungsanweisungen zu § 24 Abs. 1:

Diese Forderung schließt ein, daß

— die der Auslegung entsprechende, zulässige Belastung nicht überschritten wird,

— betriebsbedingte Spalten und Öffnungen abgeschrankt oder abgedeckt sind,

— Zu-, Ab- und Umgänge hinter der Szene frei von Gefahrstellen, ausreichend breit

und beleuchtet sind (siehe auch Arbeitsstättenverordnung) – bei Anwesenheit von

Publikum/Zuschauern sind darüber hinaus die Anforderungen der Versammlungsstättenverordnung

zu beachten –

und

— bei gekennzeichneten Absturzkanten anstelle von Absturzeinrichtungen nach § 6

Abs. 2 wiederkehrende Unterweisung erfolgt, Sicherheitszonen markiert bzw.

Warnposten aufgestellt werden. Bezüglich der Unterweisung siehe Durchführungsanweisungen

zu § 17 Abs. 3.

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70

zu § 24 Abs. 2:

Siehe auch die jeweils gültige Landesverordnung über den Bau und Betrieb von Versammlungsstätten.

§ 25

Bestimmungsgemäße Verwendung maschinentechnischer Einrichtungen

Maschinentechnische Einrichtungen dürfen nur bestimmungsgemäß in der vom

Hersteller vorgegebenen Weise betrieben und nicht überlastet werden.

Durchführungsanweisung zu § 25:

Zum Betrieb in der vom Hersteller vorgegebenen Weise gehört z. B., daß

— bei Seilumlenkungen die zulässigen Ablenkwinkel nicht überschritten,

— die resultierenden Kräfte berücksichtigt,

— Gegengewichte nicht so verändert werden, daß die Tragmittel überlastet sind

und

— Seilbeschädigungen vermieden werden.

Werden Einrichtungen der Obermaschinerie, bei Prospekt- oder Punktzüge, z. B. als

Flugeinrichtung, für die Aufnahme von Personen verwendet, sind

— die „Regeln für den Einsatz von persönlichen Schutzausrüstungen gegen

Absturz“ (ZH 1/709)

und

— die „Regeln für den Einsatz von persönlichen Schutzausrüstungen zum Halten

und Retten“ (ZH 1/710)

zu berücksichtigen.

Der Schutz der mit Einrichtungen der Obermaschinerie beförderten Personen kann

auch durch dekorativ gestaltete Förderkörbe erreicht werden.

Flugeinrichtungen sind mit einer Notabsenkeinrichtung auszustatten.

§ 26

Bewegungsvorgänge von maschinentechnischen Einrichtungen

(1) Bewegungsvorgänge, die Gefährdungen verursachen können, dürfen nur ausgeführt

werden, wenn die Geschwindigkeit der Situation angemessen ist und

1. Schutzeinrichtungen zur Sicherung der Gefahrstellen vorhanden sind

oder

2. die Gefahrstellen vom Maschinenführer überwacht werden

23

70

und

3. deutlich erkennbar und dauerhaft auf die Gefahrstellen hingewiesen wird.

(2) Anweisungen zur Auslösung von Bewegungsvorgängen müssen gut wahrnehmbar

und eindeutig gegeben werden.

(3) In Bewegung befindliche Flächen dürfen nur von Personen betreten und verlassen

werden, die geeignet, geübt und unterwiesen sind.

(4) Versenkeinrichtungen dürfen abweichend von Absatz 3 nicht betreten oder verlassen

werden, solange sie in Bewegung sind.

(5) Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, daß Teile des Bühnenbodens, die

gegeneinander verschiebbar sind, nur gemeinsam überbaut werden, wenn sie gegen

unbeabsichtigte Bewegungsvorgänge gesichert worden sind.

(6) Sicherheitsschalter und vergleichbare Einrichtungen dürfen nicht für den regulären

Betrieb verwendet werden.

Durchführungsanweisungen zu § 26 Abs. 1:

Die mit dem Führen beauftragten Personen haben bei allen Bewegungen der maschinentechnischen

Einrichtungen darauf zu achten, daß sie sich und andere Personen

nicht gefährden.

Versenkeinrichtungen dürfen gemeinsam überbaut werden, wenn sie gegen unbeabsichtigte

Bewegungsvorgänge gesichert sind.

Eine Bewegung der Versenkeinrichtung darf erst eingeleitet werden, nachdem dies

durch Signal ausreichend lange angekündigt worden ist; die Signaleinrichtungen

müssen während des Bewegungsvorganges eingeschaltet bleiben. Der Bewegungsvorgang

muß von der Steuerstelle aus, gegebenenfalls unter Einsatz von Warnposten

oder Hilfseinrichtungen, beobachtet werden. Insbesondere sind dabei die Quetschund

Scherstellen zu beobachten. Dies gilt auch für solche, die der Hubboden mit Teilen

der Bühnenaufbauten bilden kann.

Bei Bewegungsvorgängen von Versenkeinrichtungen müssen Schieber oder sonstige

Abdeckungen ausreichend geöffnet werden. Nach Ende der Bewegung muß die

Abdeckung geschlossen und verriegelt sowie die erfolgte Verriegelung überprüft werden.

Personen, die die Versenkeinrichtungen benutzen, sind über Zweck und Bedeutung

der Signale zu unterrichten.

Gäste sind vor dem erstmaligen Auftreten mit der Art der bewegten Einrichtungen

vertraut zu machen und bei Benutzung durch den Aufsichtführenden oder den von

ihm Beauftragten zu betreuen.

Überschreitet bei gegenläufiger Bewegung von nebeneinanderliegenden Versenkeinrichtungen

die relative Geschwindigkeit den Wert von 0,7 m/s, sind für die im Gefahrbereich

befindlichen Personen besondere Sicherungsmaßnahmen zu treffen.

Der unnötige Aufenthalt im Bewegungsbereich von maschinentechnischen Einrichtungen

ist verboten; siehe § 37 Abs. 2 UVV „Allgemeine Vorschriften“ (VBG 1).

24

70

Als Richtwerte für angemessene maximale Geschwindigkeiten von maschinentechnischen

Einrichtungen gelten:

— ohne Personen: 1,2 m/s

— mit Personen:

— 1,0 m/s allgemein,

— 0,7 m/s auf Versenkeinrichtungen,

— 0,3 m/s mit Zu- und/oder Abgang während der Bewegung (siehe jedoch

Absätze 3 und 4).

Unkontrollierte Bewegungen von Aufbauten und Dekorationen beim Hochziehen sind

zu vermeiden.

zu § 26 Abs. 2:

Fehlt der Sichtkontakt, sind z. B. Lichtzeichen oder Sprecheinrichtungen zu verwenden.

zu § 26 Abs. 6:

Diese Forderung schließt ein, daß Notendschalter nicht als Betriebsendschalter

benutzt werden dürfen. Fällt während einer Vorstellung oder Produktion ein

Betriebsendschalter aus, so darf bis zu deren Ende unter Beachtung besonderer

Sorgfalt auf Sicht oder Einweisung weitergefahren werden.

§ 27

Elektrische Betriebsmittel

(1) Ortsveränderliche elektrische Musikanlagen, Requisiten und Leuchten sowie

deren Komponenten, die zur Handhabung durch Darsteller vorgesehen sind, dürfen

nur unter Anwendung besonderer Schutzmaßnahmen gegen zu hohe Berührungsspannung

betrieben werden.

(2) Bei Außenproduktionen ist vor dem Herstellen des Stromanschlusses dessen

Fehlerfreiheit auf der Einspeiseseite festzustellen.

(3) Beleuchtungs-, Bild- und Filmwiedergabegeräte sowie sonstige wärmeabgebende

Geräte dürfen nur so angeordnet und aufgestellt werden, daß sich die von

ihnen ausgehende Licht- und Wärmeenergie gefahrlos ausbreiten kann und Dekorationen,

Ausstattungsgegenstände und andere Einrichtungen keine unzulässig hohen

Temperaturen annehmen.

Durchführungsanweisungen zu § 27 Abs. 1:

Besondere Schutzmaßnahmen sind

— Schutzkleinspannung,

— Schutztrennung,

25

70

— Fehlerstromschutzeinrichtungen mit einem Nennfehlerstrom < = 30 mA

oder

— Schutzisolierung bei trockener Umgebung.

Siehe hierzu z. B. DIN VDE 0100-410 „Bestimmungen für das Errichten von Starkstromanlagen

mit Nennspannungen bis 1000 V; Schutzmaßnahmen; Schutz

gegen gefährliche Körperströme“.

zu § 27 Abs. 2:

Zur Fehlerfreiheit gehört vorrangig das Einhalten der Schutzmaßnahmen.

An Steckdosenstromkreisen kann die Fehlerfreiheit durch Elektrofachkräfte oder, bei

Verwendung von geeignetem Prüfgerät, auch durch elektrotechnisch unterwiesene

Personen festgestellt werden.

Siehe hierzu auch Merkblatt „Arbeitssicherheit in Produktionsstätten für szenische

Darstellung (Mehrzweckhallen und Theater)“ (SP 25.1/2).

§ 28

Schußwaffen und Pyrotechnik

(1) Schußwaffen mit explosiven Treibmitteln dürfen nur verwendet werden, wenn

sie bauartgeprüft und zugelassen sind sowie die entsprechende Kennzeichnung aufweisen.

Schußwaffen mit einem Kaliber über 4 mm müssen zusätzlich beschossen

sein und ein gültiges Beschußzeichen tragen. Es darf nur zulässige Kartuschenmunition

verwendet werden.

(2) Kann abweichend von Absatz 1 Satz 3 bei Film- und Fernsehproduktionen aus

zwingend notwendigen szenischen Gründen Kartuschenmunition nicht verwendet

werden, dürfen Schußwaffen nur an zugelassenen Schießstätten unter Aufsicht eines

Sachverständigen für Waffenwesen zum Einsatz kommen.

(3) Pyrotechnische Gegenstände und Sätze der Klassen I, II, III sowie T1 und T2

müssen geprüft und zugelassen sein. Bei Verwendung pyrotechnischer Gegenstände

und Sätze zum Erzeugen von Effekten hat der Unternehmer dafür zu sorgen, daß die

sprengstoffrechtlichen Vorschriften eingehalten werden.

Durchführungsanweisungen zu § 28 Abs. 1:

Bauartprüfungen und Zulassungen werden von der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt

(PTB) für erlaubnisfreie Waffen durchgeführt. Beschuß und Erteilung von

Beschußzeichen erfolgt durch die Staatlichen Beschußämter.

Kartuschenmunition sind Hülsen mit Ladungen, die ein Geschoß nicht enthalten.

zu § 28 Abs. 2:

Hinsichtlich Schußwaffen und Schießstätten siehe Waffengesetz und Verordnungen

zum Waffengesetz.

26

70

zu § 28 Abs. 3:

Prüfung und Zulassung erfolgen durch die Bundesanstalt für Materialforschung und

-prüfung (BAM). Regelungen der Europäischen Union bleiben hiervon unberührt.

Für Produktionen in Räumen sind nur zugelassene pyrotechnische Gegenstände und

Sätze der Klassen I, II sowie T1 und T2 nach Sprengstoffgesetz zulässig. Pyrotechnische

Gegenstände und Sätze dürfen nur unter der Aufsicht eines Berechtigten im

Sinne des Sprengstoffgesetzes verwendet werden. Ausgenommen davon sind solche

der Klassen I und T1. Pyrotechnische Gegenstände und Sätze der Klasse II bedürfen

der Ausnahmegenehmigung der zuständigen Behörde. Für Bühnen und Szenenflächen

stehen besonders geprüfte pyrotechnische Gegenstände und Sätze der Klasse

T1 und T2 zur Verfügung.

Berechtigte sind nach § 19 Sprengstoffgesetz verantwortliche Personen, die eine

behördliche Erlaubnis nach § 7 oder einen behördlichen Befähigungsschein nach

§ 20 dieses Gesetzes besitzen.

Zum Erwerb der Berechtigung gehört unter anderem auch der „Grundlehrgang für

den Umgang — ausgenommen das Herstellen und das Wiedergewinnen — mit pyrotechnischen

Gegenständen und pyrotechnischen Sätzen in Theatern oder vergleichbaren

Einrichtungen“.

Für Produktionen im Freien sind grundsätzlich nur zugelassene pyrotechnische

Gegenstände und Sätze der Klassen I, II, III sowie T1 und T2 zulässig. Pyrotechnische

Gegenstände und Sätze der Klassen III und T2 dürfen nur unter der Aufsicht

eines Berechtigten im Sinne des Sprengstoffgesetzes verwendet werden. Dies gilt

auch für Gegenstände der Klasse IV, die nicht der Zulassungspflicht unterliegen.

Zum Erwerb der Berechtigung gehört unter anderem auch der „Sonderlehrgang für

den Umgang — ausgenommen das Herstellen und das Wiedergewinnen — mit

explosionsgefährlichen Stoffen in Film- oder Fernsehproduktionsstätten“ sowie der

„Grundlehrgang für das Verwenden von pyrotechnischen Gegenständen — Abbrennen

von Feuerwerken“ (Klassen III und VI).

Die Verwendung pyrotechnischer Gegenstände für szenische Darstellung muß mindestens

zwei Wochen vorher schriftlich angezeigt werden und bedarf der Genehmigung

durch die nach Landesrecht örtlich zuständigen Behörden für den Brandschutz

und die öffentliche Sicherheit und Ordnung; siehe § 22 Abs. 4 und 5 der Ersten Verordnung

zum Sprengstoffgesetz.

Siehe auch Merkheft „Pyrotechnik in Veranstaltungs- und Produktionsstätten für szenische

Darstellung“ (SP 25.1/4).

§ 29

Vorbeugender Brandschutz

(1) Rauchen, Feuer und offenes Licht sind in bühnentechnischen, darstellerischen

und produktionstechnischen Bereichen verboten.

(2) Aufbauten und Dekoration, mit Ausnahme von Möbeln und Requisiten, dürfen

nur verwendet werden, wenn diese mindestens schwer entflammbar sind.

27

70

(3) Abweichungen von den Absätzen 1 und 2 sind nur zulässig, wenn dies aus

szenischen Gründen unumgänglich ist und der Unternehmer besondere Brandschutzmaßnahmen

getroffen hat.

Durchführungsanweisungen zu § 29 Abs. 1:

Bezüglich der Kennzeichnung des Rauchverbots siehe Verbotszeichen P01 „Rauchen

verboten“ der UVV „Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung am Arbeitsplatz“

(VBG 125).

zu § 29 Abs. 2:

Die Eigenschaft „schwer entflammbar“ ist z. B. in DIN 4102-1 „Brandverhalten von

Baustoffen und Bauteilen; Baustoffe; Begriffe, Anforderungen und Prüfungen“ festgelegt.

zu § 29 Abs. 3:

Besondere Brandschutzmaßnahmen sind mit der örtlich zuständigen Feuerwehr

abzustimmen. Dies ist auch erforderlich, wenn sich Kraftstoffbehälter von Verbrennungsmotoren

in Veranstaltungs- und Produktionsstätten befinden.

Zu den besonderen Brandschutzmaßnahmen gehört auch das Vorhandensein einer

Sprühwasser-Löschanlage; siehe z. B. DIN 14 494 „Sprühwasser-Löschanlagen, ortsfest

mit offenen Düsen“.

Rettungswege und Notausgänge siehe § 30 Abs. 2, Feuerlöscheinrichtungen siehe

§ 43 Abs. 5 UVV „Allgemeine Vorschriften“ (VBG 1).

§ 30

Ausstattung

Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, daß Dekorationen, Kostüme, Möbel, Requisiten

und Effekte so ausgeführt und so beschaffen sind, daß bei bestimmungsgemäßem

Gebrauch Verletzungen sowie gesundheitliche Schädigungen vermieden werden.

Durchführungsanweisung zu § 30:

Diese Forderung ist erfüllt, wenn

— elektrische Geräte den einschlägigen VDE-Bestimmungen entsprechen;

— die Gefahrstoffverordnung eingehalten wird, z. B. bei Verwendung von chemischen

Nebeln, Klebern, Löse- und Imprägniermitteln sowie Kunststoffschaum;

— Glas mit Splitterschutzfolie oder durchsichtiger Kunststoff als Glasersatz verwendet

wird;

28

70

— Lasergeräte der UVV „Laserstrahlung“ (VBG 93) und DIN 56 912 „Sicherheitstechnische

Anforderungen für Bühnenlaser und Bühnenlaseranlagen“ entsprechen;

— Waffen mit scharfen Kanten, Schneiden und Spitzen für Kampfszenen nicht verwendet

werden;

— Abgase von Verbrennungsmotoren unmittelbar ins Freie geleitet werden oder

deren Bestandteile nicht in schädlicher Konzentration in die Atemluft gelangen

können.

Siehe hierzu §§ 45 und 46 UVV „Allgemeine Vorschriften“ (VBG 1).

§ 31

Tiere

Bei der Mitwirkung von Tieren sind den Eigenschaften der Tiere entsprechende

Sicherheitsmaßnahmen beim Befördern, Vorführen und Bewahren zu treffen.

Durchführungsanweisung zu § 31:

Diese Forderung schließt ein, daß der Einsatz von Tieren nur bei Anwesenheit einer

mit dem Tier vertrauten Aufsichtsperson zulässig ist.

Bei der Anwesenheit von Personen, die den Tieren nicht vertraut sind, müssen mögliche

gefährliche Reaktionen der Tiere berücksichtigt werden. Dazu gehört auch die

Vorsorge für geeignete Erste Hilfe.

§ 32

Instandhaltung, Reinigung

(1) Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, daß sicherheitstechnische und maschinentechnische

Einrichtungen regelmäßig instandgehalten werden.

(2) Instandhaltungsarbeiten an sicherheitstechnischen und maschinentechnischen

Einrichtungen dürfen erst durchgeführt werden, wenn sichergestellt ist, daß unbeabsichtigte

Bewegungen nicht ausgelöst werden können.

(3) Veranstaltungs- und Produktionsstätten sowie deren Ausstattung sind weitgehend

staubfrei zu halten und mindestens jährlich gründlich zu reinigen.

Durchführungsanweisung zu § 32 Abs. 1:

Instandhalten umfaßt Wartung, Inspektion und Instandsetzung. Siehe z. B. auch

DIN 31 051 „Instandhaltung; Begriffe und Maßnahmen“.

29

70

V. Prüfungen

§ 33

Prüfung vor der ersten Inbetriebnahme und nach wesentlichen Änderungen

(1) Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, daß sicherheitstechnische und maschinentechnische

Einrichtungen vor der ersten Inbetriebnahme und nach wesentlichen

Änderungen vor der Wiederinbetriebnahme durch Sachverständige geprüft werden.

(2) Die Prüfung nach Absatz 1 besteht aus Vorprüfung, Bauprüfung, Abnahmeprüfung

und — falls erforderlich — Nachprüfung.

(3) Bei sicherheitstechnischen und maschinentechnischen Einrichtungen, für die

der Nachweis einer Typprüfung (Baumusterprüfung) oder die EG-Konformitätserklärung

vorliegt, erstreckt sich die Prüfung vor der ersten Inbetriebnahme nach Absatz 1

auf die ordnungsgemäße Aufstellung, Ausrüstung und Betriebsbereitschaft.

(4) Die Prüfung vor der ersten Inbetriebnahme nach Absatz 1 ist nicht erforderlich

für sicherheitstechnische und maschinentechnische Einrichtungen, die betriebsbereit

angeliefert werden und für die der Nachweis einer Typprüfung (Baumusterprüfung)

oder die EG-Konformitätserklärung vorliegt.

Durchführungsanweisung zu § 33:

Siehe „Grundsätze für die Prüfung von sicherheitstechnischen und maschinentechnischen

Einrichtungen in Veranstaltungs- und Produktionsstätten für szenische Darstellung“

(ZH 1/222).

In Zweifelsfällen entscheidet die Berufsgenossenschaft über Art und Umfang der

Prüfung.

Sachverständiger ist, wer aufgrund seiner fachlichen Ausbildung und Erfahrung

besondere Kenntnisse auf dem Gebiet der sicherheitstechnischen und maschinentechnischen

Einrichtungen hat und mit den einschlägigen staatlichen Arbeitsschutzvorschriften,

Unfallverhütungsvorschriften, Richtlinien und allgemein anerkannten

Regeln der Technik (z. B. DIN-Normen, VDE-Bestimmungen, technische Regeln

anderer Mitgliedstaaten der Europäischen Union oder anderer Vertragsstaaten des

Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum) vertraut ist. Er muß den

arbeitssicheren Zustand von sicherheitstechnischen und maschinentechnischen Einrichtungen

prüfen und gutachtlich beurteilen können.

Hinsichtlich der Ermächtigung von Sachverständigen siehe Durchführungsanweisungen

zu § 36.

§ 34

Wiederkehrende Prüfungen

(1) Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, daß sicherheitstechnische und maschinentechnische

Einrichtungen mindestens alle vier Jahre durch einen Sachverständigen

im Umfang der Abnahmeprüfung geprüft werden.

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70

(2) Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, daß sicherheitstechnische und maschinentechnische

Einrichtungen mindestens einmal jährlich durch einen Sachkundigen

geprüft werden.

(3) Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, daß Flugeinrichtungen vor jedem Einsatz

durch einen Sachkundigen geprüft werden. Die Prüfung muß eine Sichtprüfung und

Belastungsproben in Bewegung umfassen.

(4) Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, daß Belastungsproben nach Absatz 3

mit Personen nur bei geringen Absturzhöhen durchgeführt werden.

Durchführungsanweisungen zu § 34 Abs. 2:

Sachkundige und Umfang der Sachkundigenprüfung siehe „Grundsätze für die Prüfung

von sicherheitstechnischen und maschinentechnischen Einrichtungen in Veranstaltungs-

und Produktionsstätten für szenische Darstellung“ (ZH 1/222).

Sachkundiger ist, wer aufgrund seiner fachlichen Ausbildung und Erfahrung ausreichende

Kenntnisse auf dem Gebiet der sicherheitstechnischen und maschinentechnischen

Einrichtungen hat und mit den einschlägigen staatlichen Arbeitsschutzvorschriften,

Unfallverhütungsvorschriften, Richtlinien und allgemein anerkannten Regeln

der Technik (z. B. DIN-Normen, VDE-Bestimmungen, technische Regeln anderer Mitgliedstaaten

der Europäischen Union oder anderer Vertragsstaaten des Abkommens

über den Europäischen Wirtschaftsraum) so weit vertraut ist, daß er den arbeitssicheren

Zustand von sicherheitstechnischen und maschinentechnischen Einrichtungen

beurteilen kann.

zu § 34 Abs. 4:

Als gering gelten Absturzhöhen von weniger als 1 m.

§ 35

Prüfnachweis

(1) Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, daß die Ergebnisse der Prüfungen nach

§§ 33 und 34 in einem Prüfbuch festgehalten werden.

(2) Der Unternehmer hat die Kenntnisnahme und die Abstellung festgestellter

Mängel im Prüfbuch zu bestätigen. Er hat dafür zu sorgen, daß diese Mängel behoben

werden. Bestehen nach Art und Umfang der Mängel gegen die Inbetriebnahme,

die Wiederinbetriebnahme oder den Weiterbetrieb Bedenken, hat er dafür zu sorgen,

daß die Einrichtung außer Betrieb gesetzt wird. Er darf die Einrichtung erst in Betrieb

nehmen bzw. weiter betreiben, wenn die Mängel behoben und eventuell erforderliche

Nachprüfungen, die er zu veranlassen hat, durchgeführt sind.

(3) Werden aufgrund des Prüfergebnisses des Sachverständigen Nachprüfungen

erforderlich, hat der Unternehmer das Prüfergebnis der für den Arbeitsschutz zuständigen

Behörde sowie der zuständigen Berufsgenossenschaft mitzuteilen.

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70

Durchführungsanweisung zu § 35:

Muster für den Aufbau eines Prüfbuches mit Beispiel siehe Anhang der „Grundsätze

für die Prüfung von sicherheitstechnischen und maschinentechnischen Einrichtungen

in Veranstaltungs- und Produktionsstätten für szenische Darstellung“ (ZH 1/222).

§ 36

Sachverständige

Als Sachverständige für die Prüfung von sicherheitstechnischen und maschinentechnischen

Einrichtungen gelten die von der Berufsgenossenschaft ermächtigten

Sachverständigen.

Durchführungsanweisung zu § 36:

Mit der vorbereitenden Prüfung des Ermächtigungsauftrages kann beauftragt werden:

— Bundesverband der Unfallversicherungsträger der öffentlichen Hand e.V.

(BAGUV), Fachgruppe „Theater“, Fockensteinstraße 1, 81539 München,

— Fachausschuß Verwaltung des Hauptverbandes der gewerblichen Berufsgenossenschaften,

Deelbögenkamp 4, 22297 Hamburg.

Die vorbereitende Prüfung erfolgt im Zusammenwirken der beiden vorstehend

genannten Stellen.

Grundsätze für die Ermächtigung von Sachverständigen sind in Vorbereitung.

Die Ermächtigung zum Sachverständigen für die Prüfung setzt im allgemeinen folgendes

voraus:

a) abgeschlossene Ingenieurausbildung

und

b) mindestens dreijährige Erfahrung in der Konstruktion, dem Bau oder der Instandhaltung

von sicherheitstechnischen und maschinentechnischen Einrichtungen.

Hinsichtlich Sachverständiger siehe auch Durchführungsanweisungen zu § 33.

VI. Ordnungswidrigkeiten

§ 37

Ordnungswidrigkeiten

Ordnungswidrig im Sinne des § 209 Abs. 1 Nr. 1 des Siebten Buches Sozialgesetzbuch

(SGB VII) handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig den Bestimmungen des

– § 3 in Verbindung mit

§§ 5, 6 Abs. 3,

§ 7 Abs. 1, 2, 4 Satz 1, Absatz 5 oder 6,

32

70

§ 8 Abs. 1 bis 3,

§ 10 Abs. 3 oder 5,

§ 12 Satz 2

oder

§ 13 Abs. 2 ,

– des § 14 in Verbindung mit

§§ 15, 16 Abs. 1,

§ 17 Abs. 1,

§ 20 Abs. 3,

§§ 22, 24 Abs. 2,

§§ 25, 26 Abs. 4 oder 5,

§§ 27, 28, 29 Abs. 1 oder 2,

§ 31

oder

§ 32 Abs. 2 oder 3,

– § 33Abs. 1,

§ 34

oder

§ 35

zuwiderhandelt.

VII. Übergangs- und Ausführungsbestimmungen

§ 38

Übergangs- und Ausführungsbestimmungen

(1) Die die Einrichtungen betreffenden Forderungen dieser Unfallverhütungsvorschrift,

die über die bisher gültigen hinausgehen, gelten vorbehaltlich des Absatzes 2

nicht für Einrichtungen, die vor Inkrafttreten dieser Unfallverhütungsvorschrift errichtet

waren oder mit deren Errichtung vor Inkrafttreten dieser Unfallverhütungsvorschrift

begonnen wurde.

(2) Die Berufsgenossenschaft kann bestimmen, daß eine Einrichtung entsprechend

dieser Unfallverhütungsvorschrift geändert wird, wenn ohne die Änderung

Gefahren für Leben oder Gesundheit der Versicherten zu befürchten sind.

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70

VIII. Inkrafttreten

§ 39

Inkrafttreten

Diese Unfallverhütungsvorschrift tritt am 1. April 1998 in Kraft. Gleichzeitig tritt die

Unfallverhütungsvorschrift „Bühnen und Studios“ vom 1. April 1976 in der Fassung

vom 1. Januar 1997 außer Kraft.

Köln, den 22. Januar 1998

gez. Leichsenring

(Hauptgeschäftsführer)

(Siegel)

G e n e h m i g u n g

Die vorstehende Unfallverhütungsvorschrift

„Veranstaltungs- und Produktionsstätten für szenische Darstellung“ (VBG 70)

wird genehmigt.

Bonn, den 3. Februar 1998

Az.: IIIb 2-34581-3-(2)-34124-2

Das Bundesministerium für Arbeit

und Sozialordnung

Im Auftrag:

(Siegel) gez. Wilmerstadt

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70

Anhang 1

Normen und arbeitsmedizinische Regeln

Beispielhafte Auswahl für Veranstaltungs- und Produktionsstätten

DIN EN 292-1 Sicherheit von Maschinen; Grundbegriffe, allgemeine Gestaltungsleitsätze;

Grundsätzliche Terminologie, Methodik

DIN EN 292-2 Sicherheit von Maschinen; Grundbegriffe, allgemeine Gestaltungsleitsätze;

Technische Leitsätze und Spezifikationen

DIN EN 294 Sicherheit von Maschinen; Sicherheitsabstände gegen das

Erreichen von Gefahrstellen mit den oberen Gliedmaßen

DIN EN 349 Sicherheit von Maschinen; Mindestabstände zur Vermeidung

des Quetschens von Körperteilen

DIN EN 414 Sicherheit von Maschinen; Regeln für die Abfassung und

Gestaltung von Sicherheitsnormen

DIN 1054 Baugrund; zulässige Belastung des Baugrunds

DIN 1055-1 Lastenannahmen für Bauten; Lagerstoffe, Baustoffe und Bauteile

DIN 1055-2 Lastenannahmen für Bauten; Bodenkenngrößen, Wichte, Reibungswinkel,

Kohäsion, Wandreibungswinkel

DIN 1055-3 Lastenannahmen für Bauten; Verkehrslasten

DIN 1055-4 Lastenannahmen für Bauten; Verkehrslasten, Windlasten bei

nicht schwingungsanfälligen Bauwerken

DIN 1055-5 Lastenannahmen für Bauten; Verkehrslasten, Schneelast und

Eislast

DIN 1055-6 Lastenannahmen für Bauten; Lasten in Silozellen

DIN 1142 Drahtseilklemmen für Seil-Endverbindungen bei sicherheitstechnischen

Anforderungen

DIN 1480 Spannschlösser, geschmiedet (offene Form)

DIN 1629 Nahtlose kreisförmige Rohre aus unlegierten Stählen für besondere

Anforderungen; Technische Lieferbedingungen

DIN 1630 Nahtlose kreisförmige Rohre aus unlegierten Stählen für besonders

hohe Anforderungen; Technische Lieferbedingungen

DIN 1691 Gußeisen mit Lamellengraphit (Grauguß)

DIN 2413-1 Stahlrohre; Berechnung der Wanddicke von Stahlrohren gegen

Innendruck

DIN 2413-2 Stahlrohre; Berechnung der Wanddicke von Rohrbögen gegen

Innendruck

DIN 2448 Nahtlose Stahlrohre; Maße, längenbezogene Massen

DIN 3051-1 Drahtseile aus Stahldrähten; Grundlagen, Übersicht

DIN 3051-2 Drahtseile aus Stahldrähten; Grundlagen, Seilarten, Begiffe

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DIN 3051-3 Drahtseile aus Stahldrähten; Grundlagen, Berechnung, Faktoren

DIN 3051-4 Drahtseile aus Stahldrähten; Litzenseile aus Stahldraht, Allgemeine

Anforderungen und Annahmebeingungen

DIN 3060 Drahtseile aus Stahldrähten; Rundlitzenseil 6 x 19 Standard

DIN 3066 Drahtseile aus Stahldrähten; Rundlitzenseil 6 x 37 Standard

DIN 3088 Drahtseile aus Stahldrähten; Anschlagseile im Hebezeugbetrieb;

Sicherheitstechnische Anforderungen und Prüfung

DIN 3089-1 Drahtseile aus Stahldrähten; Spleiße; Spleiß-Endverbindungen

an Drahtseilen

DIN 3089-2 Drahtseile aus Stahldrähten; Spleiße, Langspleiß

DIN 3090 Kauschen; Formstahlkauschen für Drahtseile

DIN 3092-1 Drahtseil-Vergüsse in Seilhülsen; Metallische Vergüsse; Sicherheitstechnische

Anforderungen und Prüfung

DIN 3093-1 Preßklemmen aus Aluminium-Knetlegierungen; Rohlinge aus

Flachovalrohren mit gleichbleibender Wanddicke; Technische

Lieferbedingungen

DIN 3093-2 Preßklemmen aus Aluminium-Knetlegierungen; Preßverbindungen;

Sicherheitstechnische Anforderungen

DIN 4102-1 Brandverhalten von Baustoffen und Bauteilen; Baustoffe;

Begriffe; Anforderungen und Prüfungen

DIN 4102-5 Brandverhalten von Baustoffen und Bauteilen; Feuerschutzabschlüsse,

Abschlüsse in Fahrschachtwänden und gegen Feuer

widerstandsfähige Verglasungen, Begriffe, Anforderungen und

Prüfungen

DIN 4844-1 Sicherheitskennzeichnung; Begriffe, Grundsätze und Sicherheitszeichen,

(Beiblätter 1 bis 24)

DIN 4844-2 Sicherheitskennzeichnung; Sicherheitsfarben

DIN 4844-3 Sicherheitskennzeichnung; Ergänzende Festlegungen zu DIN

4844 Teil 1 und 2; (Beiblätter 1 bis 9)

DIN 14 494 Sprühwasser-Löschanlagen, ortsfest, mit offenen Düsen

DIN 15 020-1 Hebezeuge; Grundsätze für Seiltriebe, Berechnung und Ausführung

DIN 15 020-2 Hebezeuge; Grundsätze für Seiltriebe, Überwachung im

Gebrauch

DIN 15 061-1 Hebezeuge; Rillenprofile für Seilrollen

DIN 15 315 Aufzüge; Seilschlösser

DIN 15 560-27 Scheinwerfer für Film, Fernsehen, Bühne und Photographie;

Stative; Sicherheitstechnische Anforderungen und Prüfung

DIN 15 560-45 Scheinwerfer für Film, Fernsehen, Bühne und Photographie;

Tragkonstruktionen, bewegliche Leuchtenhänger und Bauelemente,

Begriffe

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70

DIN 15 560-46 Scheinwerfer für Film, Fernsehen, Bühne und Photographie;

Bewegliche Leuchtenhänger; Sicherheitstechnische Anforderungen

und Prüfung

DIN 15 560-47 Scheinwerfer für Film, Fernsehen, Bühne und Photographie;

Sicherheitstechnische Festlegungen für Grid-Decken

DIN 15 560-100 Scheinwerfer für Film, Fernsehen, Bühne und Photographie;

Sondernetze und Sondersteckverbinder

DIN 15 905-5 Tontechnik in Theatern und Mehrzweckhallen; Maßnahmen zum

Vermeiden einer Gehörgefährdung des Publikums durch hohe

Schalldruckpegel bei Lautsprecherwiedergabe

DIN 15 920-11 Bühnen- und Studioaufbauten; Podestarten, Sicherheitstechnische

Festlegungen für Podeste (Praktikabel), Schrägen, Stufen,

Treppen und Bühnengeländer

DIN 15 920-14 Bühnen- und Studioaufbauten; Podestarten, Bühnenwagen, frei

verfahrbar, Sicherheitstechnische Anforderungen

DIN 15 920-15 Bühnen- und Studioaufbauten; Podestarten, Kraftbetriebene

Bühnenwagen für festgelegte Bewegungsrichtung; Sicherheitstechnische

Anforderungen

DIN 16 271 Absperrventile für Druckmeßgeräte mit Prüfanschluß; Temperaturbereich

–20 bis 250 °C bis PN 400

DIN 18 800-1 Stahlbauten; Bemessung und Konstruktion

DIN 18 800-2 Stahlbauten; Stabilitätsfälle, Knicken von Stäben und Stabwerken

DIN 18 800-3 Stahlbauten; Stabilitätsfälle, Plattenbeulen

DIN 18 800-7 Stahlbauten; Herstellen, Eignungsnachweis zum Schweißen

DIN 31 051 Instandhaltung; Begriffe und Maßnahmen

DIN 31 052 Instandhaltung; Inhalt und Aufbau von Instandhaltungsanleitungen

DIN 40 041 Zuverlässigkeit; Begriffe

DIN 40 050-9 IP-Schutzarten; Schutz gegen Fremdkörper, Wasser und Berühren;

Elektrische Ausrüstung

DIN 43 148 Keil-Endklemmen für Bahnleitungen

DIN 50 049 Metallische Erzeugnisse; Arten von Prüfbescheinigungen

DIN 56 903 Theatertechnik, Bühnenbeleuchtung; Zweipolige Sondergerätesteckdose

mit Schutzkontakt 10 A, 250 V (Wechselstrom)

DIN 56 904 Theatertechnik, Bühnenbeleuchtung; Zweipoliger Sondergerätestecker

mit Schutzkontakt 10 A, 250 V (Wechselstrom)

DIN 56 905 Theatertechnik, Bühnenbeleuchtung; Zweipolige Sondergerätesteckdose

mit Schutzkontakt 63 A, 250 V (Wechselstrom)

DIN 56 906 Theatertechnik, Bühnenbeleuchtung; Zweipoliger Sondergerätestecker

mit Schutzkontakt 63 A, 250 V (Wechselstrom)

37

70

DIN 56 912 Sicherheitstechnische Anforderungen für Bühnenlaser und Bühnenlaseranlagen

E DIN 56 920-1 Theatertechnik, Begriffe für Theater, Mehrzweckhallen, Konzertsäle

und Studios; Allgemeine Begriffe; Arten

DIN 56 920-2 Theatertechnik, Begriffe für Theatergebäude

DIN 56 920-3 Theatertechnik, Begriffe für bühnentechnische Einrichtungen

DIN 56 920-4 Theatertechnik, Begriffe für beleuchtungstechnische Einrichtungen

DIN 56 920-5 Theatertechnik, Begriffe für elektrische Installation

DIN 56 920-6 Theatertechnik, Begriffe für Sicherheitseinrichtungen

DIN 56 920-7 Theatertechnik, Begriffe für Podeste, Schrägen, Stufen, Treppen

und Blenden in der Theatertechnik, für Bühnen- und Studioaufbauten

DIN 56 921-1 Theatertechnik, Bühnenmaschinerie; Prospektzüge für Gesamttragkraft

bis maximal 3000 N

DIN 56 921-11 Theatertechnik, Bühnenmaschinerie; Prospektzüge für Gesamttragkraft

bis maximal 3000 N; Sicherheitstechnische Anforderungen

und Prüfung

DIN 56 922 Theatertechnik, Bühnenbetrieb; Theater-Bohrer (Bühnenbohrer)

DIN 56 923 Theatertechnik, Bühnenbetrieb; Geschlagene Steckscharniere

DIN 56 925 Theatertechnik, Bühnenmaschinerie; Punktzüge; Sicherheitstechnische

Anforderungen und Prüfung

DIN 56 932 Theatertechnik, Bühnenbeleuchtung; Bezeichnungsschild von

Leuchten für die Sicherheitsbeleuchtung

DIN 56 940 Versenkeinrichtungen in Bühnen und Studios

DIN 83 305-1 Faserseile; Übersicht

DIN 83 305-2 Faserseile; Begriffe

DIN 83 305-3 Faserseile; Anforderungen

DIN 83 319 Faserseile; Spleiße; Begriffe, Anforderungen

DIN 83 325 Hanf-Seile

DIN VDE 0100 Errichten von Starkstromanlagen mit Nennspannungen bis

1000 V

DIN VDE 0100-410 Errichten von Starkstromanlagen mit Nennspannungen bis

1000 V; Schutzmaßnahmen; Schutz gegen gefährliche Körperströme

DIN VDE 0100-540 Errichten von Starkstromanlagen mit Nennspannungen bis

1000 V; Auswahl und Errichten elektrischer Betriebsmittel;

Erdung, Schutzleiter, Potentialausgleichsleiter

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DIN VDE 0100-735 Errichten von Starkstromanlagen mit Nennspannungen bis

1000 V; Netzabhängige Stromversorgungsanlagen in transportablen

Betriebsstätten

DIN VDE 0108-1 Starkstromanlagen und Sicherheitsstromversorgung in baulichen

Anlagen für Menschenansammlungen; Allgemeines

DIN VDE 0108-2 Starkstromanlagen und Sicherheitsstromversorgung in baulichen

Anlagen für Menschenansammlungen; Versammlungsstätten

DIN VDE 0110-1 Isolationskoordination für elektrische Betriebsmittel in Niederspannungsanlagen;

Grundsätzliche Festlegungen

DIN VDE 0110-2 Isolationskoordination für elektrische Betriebsmittel in Niederspannungsanlagen;

Bemessung der Luft- und Kriechstrecken

DIN EN 60 204-1 Sicherheit von Maschinen; Elektrische Ausrüstung von Maschinen;

Allgemeine Anforderungen

DIN VDE 0116 Elektrische Ausrüstung von Feuerungsanlagen

DIN VDE 0250-1 Isolierte Starkstromleitungen; Allgemeine Festlegungen

DIN VDE 0660 Schaltgeräte

DIN VDE 0711-217 Leuchten; Teil 2: Besondere Anforderungen; Hauptabschnitt

siebzehn: Leuchten für Bühnen, Fernseh-, Film- und Photographie-

Studios (außen und innen)

Auswahlkriterien für die spezielle arbeitsmedizinische Vorsorge nach den Berufsgenossenschaftlichen

Grundsätzen für arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen

(ZH 1/600)

— Allgemeiner Teil (ZH 1/600.0)

— Gefährdende Tätigkeiten

— Lärm (ZH 1/600.20)

— Fahr-, Steuer- und Überwachungstätigkeiten (ZH 1/600.25)

— Arbeitsaufenthalt im Ausland unter besonderen klimatischen und gesundheitlichen

Belastungen (ZH 1/600.35)

— Bildschirm-Arbeitsplätze (ZH 1/600.37)

— Arbeiten mit Absturzgefahr (ZH 1/600.41)

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